Im Krisenmodus

Krisen-Reporter Jan Jessen berichtet

Cherson unter Drohnenangriffen – wie eine Stadt im Krieg weiterlebt

Kriegs- und Krisenpodcast

Veröffentlicht am 15.07.2026 / 04:55

Anmerkungen

Cherson gehört zu den gefährlichsten Städten der Ukraine. Seit der Befreiung im Herbst 2022 wird die Stadt fast täglich von der russisch besetzten anderen Seite des Dnipro aus angegriffen. Die größte Gefahr geht inzwischen von Drohnen aus, die Busse, Rettungskräfte und Zivilisten auf ihren alltäglichen Wegen ins Visier nehmen. FUNKE-Kriegsreporter Jan Jessen war in Cherson unterwegs und hat Menschen getroffen, die unter dieser ständigen Bedrohung weiterleben und arbeiten. Maksym fährt seit 17 Jahren Bus. Heute trägt er Splitterschutzweste und Helm und muss wissen, wie er seine Fahrgäste bei einem Drohnenangriff in den nächsten Schutzraum bringt. Oleksandra Knyha arbeitet am Theater und unterstützt mit ihrer Familie Kinder in der Stadt. Sie organisiert Kulturveranstaltungen und Fahrten in sichere Regionen, damit Kinder für kurze Zeit einfach Kinder sein können. Liudmyla Rubanyak verbringt seit fast drei Jahren jede Nacht mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn in einem Keller. Über der Erde kreisen Drohnen. Unter der Erde ist der Schutzraum für sie zu dem Ort geworden, an dem sie noch Ruhe findet. Eine Reportage darüber, wie Busverkehr, Kulturarbeit und nachbarschaftliche Hilfe eine Stadt am Leben halten – und wie gewöhnliche Aufgaben im Krieg lebensgefährlich werden.



In dieser Folge zu hören:

Jan Jessen, Politikchef der NRZ und Kriegs- und Krisenreporter der FUNKE Mediengruppe

Maksym, Busfahrer in Cherson

Oleksandra Knyha, Theatermacherin und Helferin

Liudmyla Rubanyak, Bewohnerin eines Kellerbunkers in Cherson

Oleksandr Prokudin, Gouverneur der Region Cherson



🧭 Kapitel


1 | Wie lebt eine Stadt unter Drohnen?

Jan Jessen führt in den Alltag von Cherson ein – eine Stadt, in der Busfahrer lernen müssen, Drohnen auszuweichen.

2 | Maksym und die Busse der Stadt

Ein Busfahrer erzählt, warum er trotz täglicher Gefahr weiterfährt und weshalb die Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

3 | Wenn der Drohnendetektor Alarm gibt

Maksym schildert einen Angriff auf seinen Bus und erklärt, was Fahrer innerhalb weniger Sekunden tun müssen.

4 | Theater und Kindheit unter Beschuss

Oleksandra Knyha erzählt, wie Kulturarbeit weitergeht und warum ihre Organisation Kinder aus der Gefahrenzone bringt.

5 | Wenn es Abend wird in Cherson

Mit Einbruch der Dunkelheit ziehen sich Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Wohnungen in die Schutzräume zurück.

6 | Eine Nacht im Bunker

Liudmyla Rubanyak erzählt vom Leben im Bunker und davon, warum ein feuchter Keller für sie zum sicheren Ort geworden ist.

7 | Wie eine Stadt trotzdem weiterlebt

Am nächsten Morgen fahren die Busse wieder. Jan zieht Bilanz: Cherson funktioniert, weil Menschen alltägliche Aufgaben übernehmen, die im Krieg lebensgefährlich geworden sind.


🎧 Hör-Empfehlungen

Vier Jahre Krieg in der Ukraine

Leben unter Beschuss: Stimmen aus Cherson

Kinder im Ukraine-Krieg: Zuflucht im Keller


📬 Kontakt & Feedback

Fragen, Kritik, Anregungen? Schreib uns:

✉️ krisenmodus@funkemedien.de


🟢 Jetzt abonnieren

Im Krisenmodus“ – überall, wo es Podcasts gibt:

Spotify | Apple Podcasts | Deezer | YouTube


📅 Neue Folgen

Alle zwei Wochen, immer mittwochs.

Danke an Michelle Bollen, Stefan Merten und Nora Schulte für ihre Stimmen.

Im Krisenmodus ist ein Podcast der FUNKE Mediengruppe